Roland Wetzl
29. September 2026
Viele Produktionsunternehmen arbeiten bereits intensiv an Verbesserungsprogrammen und der Einführung von Lean Production. Trotzdem bleiben Potenziale häufig ungenutzt. Der Grund liegt größtenteils in fehlender Transparenz und unzureichenden Schwachstellenanalysen.
Produktionsverluste können unterschiedlichste Gründe haben: Maschinenstörungen, kurze Stopps, reduzierte Geschwindigkeit, Rüstzeitabweichungen, Qualitätsprobleme, Bedienfehler, Such/Wartezeiten etc.
Ohne belastbare Daten ist, insbesondere in komplexeren mehrschichtigen Produktionssystemen, nur schwer erkennbar, wo die größten Verluste entstehen und welche Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen.
Typische Fragen sind:
Produktionsverluste senken die Produktivität und wirken sich direkt auf Kosten und Lieferfähigkeit aus.
Typische Auswirkungen von Produktionsverlusten sind:
Wir empfehlen, am Ort der Wertschöpfung, an den Produktionsanlagen zu beginnen. Dafür hat sich die OEE-Methode in nahezu allen Fertigungsbranchen bestens bewährt. Mit OEE werden die Anlagenproduktivität ermittelt und alle Verluste systematisch erfasst und analysiert.
Die OEE-Kennzahl setzt sich aus drei Faktoren zusammen: Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. In die TEEP-Kennzahl fließt darüber hinaus die Nutzung mit ein.

Verfügbarkeitsverluste entstehen durch Anlagenstillstände während der geplanten Betriebszeit. Dies sind technische Stillstände (Anlagenstörungen) und organisatorische Stillstände, wie Rüsten, Reinigen, Wartezeiten etc.
Leistungsverluste entstehen, wenn Anlagen langsamer produzieren als vorgesehen. Dazu zählen reduzierte Geschwindigkeit, kurze Stopps, instabile Prozesse oder nicht optimal abgestimmte Planzeiten.
Qualitätsverluste entstehen durch Ausschuss, Nacharbeit oder Qualitätsabweichungen im Prozess.
Nutzungsverluste umfassen im Wesentlichen die geplante produktionsfreie Zeit. Beispielsweise ist bei einem 2-Schicht-Betrieb die 3. Schicht ein Nutzungsverlust.
Die folgende Struktur zeigt, wie aus Produktionsdaten durch konkrete Maßnahmen messbare Verbesserungen erzielt werden. Sie basiert auf dem GAMED-Ansatz zur datenbasierten Prozessoptimierung.
| Datenbasis | Maßnahmen | Verbesserungen |
|---|---|---|
| Aktuelle Betriebs- und Prozessdaten | Visualisierung in Echtzeit | Transparenz in der Produktion schnellere Reaktion bei Abweichungen, Sensibilisierung für Verluste besseres Prozessverständnis |
| Auftragsfortschritt und Auftragsergebnisse | Planzeiten aktualisieren, Feinplanung synchronisieren rüstzeitoptimiert planen, Transportsteuerung | Laufzeiten reduzieren, Liefertreue verbessern, realistischer kalkulieren |
| Rüstzeitdaten | SMED (Single Minute Exchange of Die) | Rüstzeiten reduzieren, Abläufe besser vorbereiten |
| Verluste und Verschwendung | Tiefgreifende Ursachenanalysen, nachhaltige Abstellmaßnahmen (KVP, 8D), Wertstromdesign | Kosten senken, Planvorgaben besser erfüllen, Fertigungsabläufe stabilisieren |
| Qualitätsprobleme, Prozess- und Prüfdaten | Ursachenanalysen, Korrelationsanalysen, Prüfvorgaben optimieren | Qualitätskosten senken, Planvorgaben einhalten |
| Anlagenstörungen, Anlagenverfügbarkeit und Prozessdaten | Störursachen analysieren, Instandhaltungsstrategien optimieren, TPM stärken | Anlagenverfügbarkeit erhöhen, Instandhaltungs- und Materialkosten senken |
Verbesserung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess Das Zusammenspiel von Datenanalyse, Shopfloor Management und Lean-Methoden zeigt in der Praxis die größte Wirkung.
Aktuelle Betriebs- und Prozessdaten schaffen Transparenz. Wenn Anlagenstatus, Schichtleistung und Auftragsfortschritt in Echtzeit sichtbar sind, können Teams bei Abweichungen schneller reagieren und Folgefehler vermeiden.
Visualisierung unterstützt das Prozessverständnis und die Lean-Kultur. Verluste werden greifbar und können im Shopfloor Management mit wirksamen Abstellmaßnahmen gezielt besprochen werden.
Um Stillstände zu reduzieren, müssen sie sauber erfasst und kategorisiert werden. Entscheidend ist nicht nur die Dauer eines Stillstands, sondern auch seine Häufigkeit, Ursache und Auswirkung auf die OEE.
Wichtige Fragen sind:
Rüstzeiten beeinflussen Verfügbarkeit, Durchlaufzeit und Lieferfähigkeit. Durch die Auswertung von Rüstzeitdaten lassen sich Streuungen erkennen und Abläufe gezielt verbessern.
Methoden wie SMED (Single Minute Exchange of Die) helfen dabei, Rüstabläufe zu analysieren, Tätigkeiten besser vorzubereiten und unnötige Wartezeiten zu reduzieren. Dadurch werden Rüstprozesse planbarer und Anlagen schneller wieder produktiv.
Die Auswertung der tatsächlichen Laufzeiten ermöglicht eine Optimierung der geplanten Rüst- und Bearbeitungszeiten für die Planung. Das verbessert die Kalkulation, die Feinplanung und die Liefertreue.
Eine bessere Synchronisation zwischen Auftragsfortschritt, Produktionsergebnis und Planung hilft, Engpässe früher zu erkennen und Kapazitäten besser zu nutzen.
Leistungsanalysen zeigen, wo Verluste entstehen. Nachhaltige Verbesserungen entstehen aber erst, wenn Ursachen strukturiert analysiert und Maßnahmen konsequent verfolgt und verifiziert werden.
Dazu zählen:
Qualitätsprobleme lassen sich besser analysieren, wenn Qualitäts- und Prozessdaten gemeinsam betrachtet werden. Mit explorativen Datenanalysen erkennen Prozessingenieure, welche Prozesszustände und Anlageneinstellungen zu Ausschuss oder Nacharbeit bei welchen Produkten führen können.
Dadurch lassen sich Qualitätskosten senken und Prüfvorgaben gezielter optimieren.
Die Sicherstellung der benötigten technischen Anlagenverfügbarkeit und Werterhaltung sind zentrale Aufgaben der Instandhaltung. Wenn Störungen, Laufzeiten und Prozessdaten systematisch ausgewertet werden, können Instandhaltungsstrategien gezielter verbessert und Kosten eingespart werden.
Dazu zählen:
So wird Instandhaltung stärker präventiv und weniger reaktiv.
GAMED bietet Software und Dienstleistungen für das gesamte Produktionssystem. Betriebsspezifische Lösungen werden aus folgenden Softwaremodulen konzipiert:
Die volle Wirkung wird durch Integration in die IT-Landschaft des Unternehmens erzielt. So können vom ERP-System Produktionsaufträge im Voraus übernommen und Ergebnisdaten zeitnah rückgemeldet werden. An Maschinensteuerungen können Bearbeitungsvorschriften zeitgerecht übertragen und alle relevanten Prozess-, Qualitäts- und Verbrauchsdaten übernommen und dem Auftrag/Produkt zugeordnet werden.
Für ein erfolgreiches Projekt bietet GAMED Unterstützung in allen Projektphasen. Eine gründliche Planung mit Wirtschaftlichkeitsanalyse, funktionalen Anforderungen, Schnittstellenkonzeption sowie Einführungs- und Schulungsmodell ist Ausgangspunkt für eine profitable Lösung. Die langfristige Nutzung wird durch laufende Betreuung, Systemwartung und Weiterentwicklungen sichergestellt.
Darüber hinaus bietet GAMED ein Coaching bei Optimierungsmaßnahmen und der Einführung von Lean-Production-Methoden wie SMED, TPM oder Wertsromdesign.
Ein Produktionsleiter erkennt, dass eine Linie die Planvorgaben häufig nicht erfüllen kann. Auf den ersten Blick scheint das Problem in ungeplanten Stillständen zu liegen. Erst die detaillierte Analyse zeigt, dass mehrere Verlustarten zusammenspielen: kurze Stopps, schwankende Rüstzeiten, reduzierte Geschwindigkeit und einzelne Qualitätsabweichungen.
Mit einer Echtzeit-OEE-Analyse werden die Verlustquellen sichtbar. Die Daten zeigen, welche Störgründe die meiste Zeit kosten und welche Aufträge auffällige Abweichungen verursachen.
Auf dieser Basis werden gezielte Maßnahmen definiert:
Das Ergebnis ist kein einzelner großer Sprung, sondern eine messbare, schrittweise Verbesserung der Produktion. Die Produktivität der Linie konnte um über 10% gesteigert werden. Mit denselben Ressourcen können nun 10% mehr verkaufsfähige Produkte erzeugt und so der Deckungsbeitrag erhöht werden.
OEE steht für Overall Equipment Effectiveness und beschreibt die Gesamtanlageneffektivität. Die Kennzahl setzt sich aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität zusammen und zeigt, wie effektiv eine Anlage im Verhältnis zur geplanten Produktionszeit genutzt wird.
OEE verbessern bedeutet, Verluste bei Verfügbarkeit, Leistung und Qualität zu erkennen und gezielt zu reduzieren. Dazu werden Stillstände, Leistungsabweichungen, Ausschuss und andere Verlustursachen analysiert und durch konkrete Maßnahmen minimiert.
Typische Maßnahmen sind Stillstandsvermeidung, Rüstzeitoptimierung, Visualisierung, rüstzeitminimale Feinplanung,,KVP, 8D, TPM, Shopfloor Management, Qualitätsdatenanalyse und Wertstromoptimierung.
KVP steht für Kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Dabei werden Produktionsprozesse laufend analysiert und schrittweise verbessert. OEE-Daten helfen, die wichtigsten Verlustursachen zu erkennen, Verbesserungsmaßnahmen zu priorisieren und deren Wirkung zu überprüfen.
Die 8D-Methode ist ein standardisiertes Verfahren zur systematischen Problemlösung in acht Schritten (D1 bis D8). Sie wird häufig bei Qualitätsproblemen, wiederkehrenden Störungen oder Kundenreklamationen eingesetzt und hilft, Fehler strukturiert zu beschreiben, Sofortmaßnahmen einzuleiten, Ursachen zu analysieren und dauerhafte Abstellmaßnahmen systematisch zu dokumentieren.
TPM steht für Total Productive Maintenance. Ziel ist es, Anlagenverfügbarkeit, Wartbarkeit und Prozessstabilität zu verbessern. Dabei arbeiten Produktion und Instandhaltung enger zusammen, um Störungen zu reduzieren, geplante Wartung zu verbessern und Anlagen langfristig effizienter zu nutzen.
Stillstände lassen sich reduzieren, wenn sie systematisch erfasst, kategorisiert und nach Ursache, Dauer und Häufigkeit ausgewertet werden. Dadurch wird sichtbar, welche Störungen priorisiert bearbeitet werden sollten.
OEE-Verluste entstehen in den Bereichen Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. Dazu zählen ungeplante Stillstände, reduzierte Geschwindigkeit, Mikrostillstände, Rüstzeiten, Ausschuss und Nacharbeit.
Echtzeitdaten helfen, Abweichungen sofort zu erkennen und schneller zu reagieren. Sie schaffen Transparenz über Maschinenstatus, Produktionsfortschritt, Stillstände und Qualitätsprobleme.
OEE macht sichtbar, wo Produktionszeit, Material, Energie oder Kapazität verloren gehen. Wenn diese Verluste gezielt reduziert werden, können Produktionskosten sinken und vorhandene Anlagen besser genutzt werden.
Lean Production hilft, Verschwendung systematisch zu reduzieren. Da es unterschiedliche Methoden gibt ist es wichtig, aus den Leistungsanalysen die höchsten Potenziale zu erkennen und systematisch abzuarbeiten.
SMED steht für Single Minute Exchange of Die und ist eine Lean-Management-Methode zur Rüstzeitoptimierung. Nach Aufnahme der bestehenden Rüstabläufe werden im Team Verfahren zur besseren Vorbereitung und Reduktion des eigentlichen Rüstvorgangs festgelegt und als neuer Rüststandard verankert.
Anlagenverfügbarkeit ist einer der drei OEE-Faktoren. Sie zeigt, wie viel der geplanten Produktionszeit tatsächlich für Produktion genutzt wird. Stillstände und Störungen reduzieren die Verfügbarkeit und damit die OEE.
Grundsätzlich ja, aber ohne automatisierte Datenbasis ist die Analyse oft unvollständig, zeitverzögert oder manuell aufwendig. Ein MES hilft, OEE-Daten zuverlässig zu erfassen, Verlustursachen sichtbar zu machen und Maßnahmen datenbasiert zu priorisieren.
GAMED unterstützt Produktionsunternehmen mit MES-, OEE- und Shopfloor-Lösungen. Produktionsdaten, Maschinenstatus, Stillstände, Qualitätsdaten und Auftragsinformationen werden zusammengeführt, visualisiert und für datenbasierte Verbesserungen nutzbar gemacht.